Im Juli 2024 wurde es offiziell. Das Feuerwehr-Magazin berichtete über die größte Beschaffung einer neuen FLF-Generation für die Bundeswehr von der Rosenbauer Deutschland GmbH. Das bisherige Arbeitstier, das FLKfz Schwer (Z8 -Vierachser) der Albert Ziegler GmbH, wird nach 20 Jahren im täglichen Einsatz auf den Flugplätzen der Bundeswehrfeuerwehren abgelöst durch den Panther 8×8 HRET (High Reach Extendable Turret – ein ausfahrbarer Löschgelenkarm). Die Firma Rosenbauer Deutschland GmbH liefert bis Ende 2028 35 Panther 8×8 HRET.
Der Rahmenvertrag sieht eine Bestelloption für weitere 25 Panther 8×8 HRET vor und hat eine Laufzeit von 20 Jahren. Hierbei liefert Rosenbauer nicht nur die Fahrzeuge, sondern garantiert auch einen weltweiten Service über die gesamte Laufzeit.


Einsatz des Panther 8×8
Der Panther 8×8 HRET, Projektname ‚FLKfz-FLF‘, wird künftig nicht nur bei den Bundeswehrfeuerwehren, sondern auch bei den militärischen Brandschutzeinheiten eingesetzt. Er ersetzt somit nicht nur das FLKfz Schwer der Bundeswehrfeuerwehren, sondern auch das bei den Brandschutzsoldaten noch im Dienst befindliche FLKfz 8000 (auch als 8000er bekannt), welches mittlerweile seit ca. 50 Jahren seinen Dienst versieht. Dies hat zur Folge, dass im Gegensatz zum bisherigen Z8 (rote Fahrzeuge) ein Teil der neuen FLF in Flecktarn ausgeliefert werden und alle Fahrzeuge beispielsweise mit einer Tarnbeleuchtung, wie man es von allen militärischen Fahrzeugen kennt, ausgestattet sind. Alle Fzg. erfüllen die Anforderungen der Landes- und Bündnisverteidigung. Der Einsatzzweck liegt vor allem bei der der Luftfahrzeugbrandbekämpfung und Rettung von Luftfahrzeuginsassen. Des Weiteren kann das Fahrzeug für den Pendelverkehr bei Wasserversorgung über lange Wegstrecken verwendet werden.






Besuch in Leonding
Auf Einladung der unseres Fördermitglieds Rosenbauer Deutschland GmbH hatte unser Bundesgeschäftsführer René Keim am 01. April 2026 erneut die Gelegenheit einen Einblick in die Produktion zu bekommen. Statt des FlKfz Waldbrand Bek BwFPS hü, welches vor drei Jahren besichtigt wurde, stand diesmal die Produktion der Panther auf dem Programm. Vor Ort, im Werk II in Leonding (Österreich), begrüßten ihn der Projektleiter Peter Spanyar und Gesamtvertriebsleiter Torsten Ritzmann. Der Panther wird hier für den weltweiten Markt, in allen Varianten, produziert. Fast täglich rollt hier ein neuer Panther aus den Werkhallen für Industrieanlagen, vor allem aber für Flughäfen weltweit. Für Details zum Werk I und II verweisen wir auf den Bericht zum FLKfz Waldbrand.
Produktion des Panther 8×8
Wie beim RT von Rosenbauer ist beim Panther die Fa. Rosenbauer nicht nur Aufbauhersteller, sondern auch Hersteller des Fahrzeuges. Der Bau eines jeden Panthers beginnt mit dem Leiterrahmen. Dort wird je nach Konfiguration die entsprechende Anzahl von Motoren (mit Abgasnachbehandlung), Achsen, passende Getriebe und alle notwendigen Versorgungs- und Steuerleitungen (Kabelbaum) zuerst montiert.




In der nachfolgenden Produktions-„Linie“ werden die konfigurierten Module für den Motorbereich, den Tank (Wasser und Schaum), notwendige Geräteraume für z.B. Pulverlöschanlage, sowie feuerwehrtechnische Beladung und das Fahrerhaus auf dem Leiterrahmen installiert. Man spricht hier auch von der Hochzeit des Fahrzeuges. Auf dem Dach wird während der Installation dieser Module auch die notwendige Technik zur Abgabe von Löschmitteln angebracht. Dies kann ein ferngesteuertes Wenderohr oder wie im Fall der FLKfz-FLF ein Löschgelenkarm in verschiedenen Ausführungen sein.







Technische Eckdaten und Beschreibung

Fahrgestell und Aufbau
Zur Sicherstellung der ständigen Einsatzbereitschaft werden die Motoren und das Getriebe vorgewärmt. Als Getriebe werden zwei vollautomatische 7-Gang ALLISON 4800R Getriebe mit TC 561 Drehmomentwandler eingebaut. Die Federung ist sowohl für die Straße, als auch für das Gelände ausgelegt. Die Bereifung hat Notflaufeigenschaften und eine Reifendrucküberwachungsanlage. Über eine Rettbox Air wird das Fahrzeug, während seiner Einsatzbereitschaft, mit Strom und Druckluft versorgt. Das Aufbaukonzept besteht aus den Modulen: Fahrerhaus, Wassertank, Gerätetiefräume, Heckkasten für Motoren, Pumpen, sowie einer Pulverlöschanlage von Minimax mit 250 kg BC-Pulver. Zur unfallfreien Arbeit auf dem Dach gibt es eine aufklappbare Absturzsicherung. Das Fahrerhaus ist besitzt ein ergonomisches Armaturenbrett, worüber sowohl das Fahrzeug, als auch alle Löschmaßnahmen gesteuert werden können. Ebenso ist eine Notbedienung der Feuerlöschkreiselpumpe Rosenbauer N110 vom Typ FPN 10-11000 vom Fahrerhaus aus möglich. 21 Liter Scheibenwischwasser und drei Scheibenwischer soll auch bei widrigsten Bedingungen für gute Sicht sorgen. Ebenso sind zwei Flaggenhalterungen zur Kennzeichnung z.B. bei Kolonnenfahrten in das Fahrzeug integriert. Sollten die Kabinentüren bei Anfahrt noch geöffnet sein, so schließen sich diese ab einer Geschwindigkeit von 5 km/h selbstständig.



Löschmittelabgabe
Der aus Polypropylen gebaute Wassertank fasst 12.500 Liter. Quer und längs verbaute Schwallwände sorgen für ein stabiles Fahrverhalten. Die automatische Niveauregulierung der Tankfüllung kann flexibel zwischen 75 % und 95 % den Tankinhalt jederzeit sicherstellen. Für ein fluorfreies Hochleistungsschaummittel steht ein weiterer Tank mit 1.500 Liter nutzbarem Inhalt zur Verfügung. Für beide Tanks sind an den Außenseiten LED-Tankanzeigen integriert, welche in Blau/Rot bzw. Gelb/Rot in fünf Stufen den Tankinhalt angeben. Wasser und Schaum können über einen Werfer am Löschgelenkarm, dem Frontwerfer, Boden- sowie Unterbodensprühdüsen (zum Selbstschutz) und je einer Schnellangriffsleitung mit 2x 30 m C52 als Faltschlauch im Gerätetiefraumkasten abgegeben werden. Um im Winter die Einsatzbereitschaft zu gewährleisten ist der Wassertank beheizbar.
Das BC-Pulver kann über den Frontwerfer mit einer Ausstoßrate von 10,0 kg/sek oder einer 30 m C-Schnellangriffsleitung mit einer Ausstoßrate von 2,5 kg/sek. abgegeben werden
Beide Werfer lassen sich über einen Multifunktionsjoystick durch jeweils eine Hand bedienen. Die Wurfweite liegt zwischen 80 m (Frontwerfer) und 90 m (Löschgelenkarm in Parkposition) bei Windstille. Am HRET ist zudem eine Wärmebildkamera installiert. Sie gibt den Einsatzkräften die Möglichkeit, heiße Teile wie z.B. Bremsen des Luftfahrzeuges frühestmöglich zu erkennen und Kühlmaßnahmen einzuleiten.
Besonderheiten
Hochleistungs-LED beleuchten seitlich und am Heck das FLF zur Umfeldausleuchtung. Zudem lässt sich die Beleuchtung auf dem Dach, in den Gerätetiefräumen, sowie am Unterboden in ein grünes, nicht so intensives Licht, umschalten, sodass vor allem in der Nacht Blendungen der Einsatzkräfte vermieden werden können. Nicht nur eine Rückfahrkamera mit 180° Ansicht, sondern auch vier Farbkameras ermöglichen einen sicheren Rund-um-Blick, trotz Sichteinschränkungen. Eine leistungsstarke Klimaanlage sorgt für ständige Einsatzbereitschaft der Einsatzkräfte, welche oft stundenlang an der Start- und Landebahn den Flugverkehr beobachten müssen. Sie kann motorunabhängig (durch Fremdeinspeisung) betrieben werden.
Wir bedanken uns ausdrücklich bei der Projektleitung im BAAINBw und Rosenbauer Deutschland GmbH für die Unterstützung bei der Berichterstattung.







